Überdachungssysteme

Nur billig war gestern

Warenregal eines modernen Discounters
Geschrieben von Christian Mortsiefer

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als Discounter nicht nur billig waren, sondern auch ziemlich danach aussahen? An viel zu engen Gängen stapelten sich Unmengen immer gleich aussehender No-Name-Produkte, meist noch kartonweise verpackt. Selbst Baumärkte hatten mehr Atmosphäre zu bieten. Schlechte Luft und zu grelles oder zu dunkles Licht, ließen keine gute Stimmung aufkommen, und nährten nur den Wunsch, das lieblose Warenlager möglichst schnell wieder zu verlassen. Doch das gehört zunehmend der Vergangenheit an.

Komfort und Atmosphäre beim Einkauf

Deutschlands Discountunternehmen möchten raus aus der Schmuddelecke und weg vom Image der ewigen Billigheimer. Darf’s auch schöner und komfortabler sein? Vielleicht war der Kunde schon immer König, nun soll er sich jedenfalls auch so fühlen.

Um den Discounter, dem wesentlich einladenderen Supermarkt ähnlich zu machen, lassen sich die großen Ketten einiges einfallen: Tageslicht oder moderne LED statt steriler Leuchtstoffröhren, Holzverkleidungen und leuchtende Displays für eine freundliche und anregende Atmosphäre. Paletten entdeckt man allenfalls noch beim Einräumen neuer Ware. Die steht, wie im Supermarkt Standard, aufgeräumt und meist in Griffnähe in sauberen Regalen. Obst und Gemüse werden in bestem Licht präsentiert. Mit Kühlboxen, Back- und Kaffeeautomaten im Verkaufsraum übertrifft die neue Ladengeneration alle Erwartungen und lässt manchen Supermarkt alt aussehen.

Der Umbau der Filialen wird nicht von heute auf morgen gehen, ist aber beschlossene Sache. In den Zentralen der Lebensmitteldiscounter weiß man, dass Kunden – zumal in wirtschaftlich guten Zeiten – nicht mehr nur auf den Preis achten, sondern auch auf das Drumherum. Sie wollen sich wohlfühlen, suchen etwas Ruhe und Entspannung, bevor es wieder in den hektischen Feierabendverkehr oder ins durchgeplante Wochenende geht.

Uptrading und gehobenes Ambiente

Neben der Einsicht in die gewandelten, das heißt gestiegenen, Bedürfnisse der Kunden spielen für die Discounter freilich auch nüchterne Realitäten eine Rolle: Im harten Konkurrenzkampf mit den attraktiveren Vollsortimentern drohen sie zunehmend an Boden zu verlieren. Und der Kuchen wird für alle Anbieter kleiner: Erhebungen zeigen ein sinkendes Besucheraufkommen im stationären Einzelhandel. Einkaufen wird zunehmend als Last wahrgenommen. Systematisches Uptrading mit gehobenem Ambiente und einem abwechslungsreicheren Sortiment soll dagegen helfen.

Marketingexperten warnen jedoch bereits vor Übertreibungen, schließlich müssen die Discounter auch weiterhin vor allem über den Preis verkaufen. Daher gilt es die Balance zu halten, zwischen mehr Qualitätsanmutung und Komfort für die Kundschaft und der Kommunikation des zentralen Verkaufsarguments, unschlagbar günstig zu sein.

Dennoch – die neue Ära hat begonnen, und wohin die Zukunft geht, erkennt der Besucher oft schon von außen: Ansprechendere Gebäudeformen mit Eingangsportalen und Glasfassaden kommunizieren ein neues Selbstbewusstsein. Überdachte Sammelstellen für Einkaufswägen und Fahrradparkanlagen lassen niemanden mehr im Regen stehen, und mancherorts findet sich sogar schon eine Ladestation für E-Bikes und Elektroautos. Aus hochwertigen Materialien gefertigt, machen diese Anlagen einen wertschätzenden Eindruck, der außen verspricht, was innen gehalten werden soll: dass nur billig gestern war.

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